Jyllands-Posten, 29. November 2002, 09:26 Uhr

http://www.jp.dk/indland/artikel:aid=1546748/
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Im besten Stil der Olsen-Bande kann sich Amdi Petersen darauf freuen, an
seinem eventuellen Freilassungstag mit einem Luxusauto abgeholt zu werden.
Die Tvindgruppe hat soeben gut eine Million Kronen in einen BMW X5 mit
Vierradantrieb investiert.
Die Tvindgruppe will nicht hinter Keld und Benny der Olsen-Bande
zurückstehen, die Egon immer mit einem prunkvollen Fahrzeug am Gefängnistor
abholen.
Wenn der Tvindleiter Mogens Amdi Petersen freigelassen wird, kann er sich
nämlich in einen silberfarbenen BMW X5 4,4 setzen und sich von 284
Pferdestärken fortbewegen lassen. In weniger als acht Sekunden kann der
Wagen 100 km/h erreichen, und im Unterschied zum Wagen der Olsen-Bande wird
die dynamische Stabilitätskontrolle des BMW dafür sorgen, daß er in den
Kurven nicht schleudert.
Tvind ließ soeben das üppige vierradangetriebene Auto importieren, und
außer daß es mit Sonderausstattungen vollgepropft ist, hat es über eine
Million Kronen gekostet, erfährt die Berlingske Tidende. Und auch wenn es
mit gelben Kennzeichen versehen ist, müssen nur 30 und nicht 180 Prozent
von Grundpreis des Autos an Abgaben bezahlt werden.
Jahreseinkommen: 70.000 Kronen
»Daß sie soviel Geld für ein einziges Auto verwenden, ist mit Bezug darauf
sehr interessant, daß Amdi Petersen und einige andere Tvindleute jahrelang
in ihrer Steuererklärung ein Jahreseinkommen von etwa 70.000 Kronen
angegeben haben«, sagt der Ankläger in Tvind-Verfahren, Poul Gade, nachdem
ihm der teure Autoeinkauf vorgelegt wurde.
Er weist jedoch zurück, daß der Autokauf bezüglich des »Fluchtrisikos« von
Bedeutung ist, auf das er selbst mehrmals hingewiesen hat, um die
Untersuchungshaft von Amdi Petersen aufrecht zu erhalten.
»In erster Linie ist dies eine Zoll- und Steuerfrage. Wenn das aber eine
Angelegenheit für die Polizei wird, muß die dänische Polizei zuerst in den
USA um eine Erweiterung der Anklage ansuchen, da Amdi auf Grund der
Übertretung anderer Paragraphen ausgeliefert wurde«, fügt Poul Gade hinzu.
Zufolge den Informationen der Berlingske Tidende wurde das Auto - ein
2002-Modell - bei der Silkeborger Firma Sand-Jensen gekauft, die für den
Import aus Deutschland, die Besichtigung und die Registrierung mit gelben
Kennzeichen gesorgt hat. Das Auto wurde innerhalb der letzten drei Wochen
ausgeliefert.
Weder der Autohändler Per Sand-Jensen noch der Tvindsprecher Poul Jørgensen
wollen jedoch den Kauf bestätigen:
»Ich habe kein so teures Auto gekauft und ich weiß nicht, ob dies jemand
von meinen Freunden getan hat. Aber das könnte ihnen gut ähnlich sehen«,
sagt Poul Jørgensen zuerst, fügt aber dann hinzu: »Ich weiß nicht, wovon du
redest. Können wir es nicht auf sich beruhen lassen. Versuche, an einem
anderen Tag anzurufen, und laß uns sehen, ob wir nicht ein Thema von
gemeinsamem Interesse finden.«
Ein potenter Herr
Beim dänischen BMW-Import in Kolding sagt Torben Guld von der
Verkaufsabteilung, das erwähnte BMW-Modell sei die »Spitze der
Vierradangetriebenen und gleichzeitig wie eine Limousine zu fahren«: »Es
hat ja unseren V8-Motor von der Siebenerserie. Das ist ein potenter Herr«,
sagt Torben Guld über das Auto